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„Nach meiner COVID-19-Erkrankung ging es mit der Reha zurück in die Normalität.“

Stefan

Verkäufer, Frechen bei Köln

„Mit der Reha bei Post-COVID auf Föhr ging es zurück in die Normalität.“


Stefan war an COVID-19 erkrankt. Er musste ins Krankenhaus, lag sogar auf der Intensivstation, kämpfte zunächst um sein Leben – und im Anschluss mit Langzeitfolgen. Dank der Deutschen Rentenversicherung und der von ihr finanzierten Rehabilitation auf der Nordseeinsel Föhr in der Klinik Utersum steht der Familienvater, der beruflich Wohnwagen verkauft, heute wieder mitten im Leben.


Stefan steckte sich, wie so viele, im Kreis der Familie an. Über Weihnachten machten sich die ersten Symptome bemerkbar. „Anfangs fühlte es sich an wie eine Erkältung“, berichtet er heute. Als es immer schlimmer wurde, sorgte Stefans Hausarzt dafür, dass ihn ein Krankenwagen ins nächste Krankenhaus brachte. Ihm fehlte schon zu diesem Zeitpunkt die Kraft, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Eine Laboruntersuchung machte es dann schnell klar: Stefan hatte sich mit dem Coronavirus infiziert.


„Du atmest und atmest, aber es kommt keine Luft.“


Die Probleme wurden größer und die Ärzte verlegten Stefan sehr bald auf die Intensivstation. Er rang mit einer Lungenembolie und kämpfte um sein Leben. „Das Schlimmste waren die Erstickungsanfälle: Du atmest und atmest, aber es kommt keine Luft – trotz Sauerstoffgerät“, sagt der 44-Jährige aus Frechen bei Köln. Insgesamt verbrachte Stefan 14 Tage im Krankenhaus – zwölf davon auf der Intensivstation. Geruchs- und Geschmacksverlust und anhaltender Durchfall waren weitere Symptome in diesen Wochen. Seine Familie konnte ihn während dieser Zeit nicht besuchen.

„Ich bin bis heute mit einigen der anderen Reha-Patienten in Kontakt und habe das Gemeinschaftsgefühl sehr geschätzt. Zu Hause hätte ich niemals denselben Ansporn gefunden.“

- Stefan

„Ich bin bis heute mit einigen der anderen Reha-Patienten in Kontakt und habe das Gemeinschaftsgefühl sehr geschätzt. Zu Hause hätte ich niemals denselben Ansporn gefunden.“

- Stefan

„Ich wollte einfach nur mein altes Leben zurück.“

Nach zwei Wochen entließen die Ärzte den Familienvater. Er war außer Lebensgefahr, doch der Kampf gegen die Langzeitfolgen begann erst: Stefan fühlte sich schwach und antriebslos. Er verlor in dieser Zeit 15 Kilogramm Körpergewicht und konnte keine Treppen mehr steigen. Zu schnell war er außer Atem. Er schlief auf der Couch, weil er nicht mehr ins Schlafzimmer im ersten Stock kam. „Ich war frustriert, hatte Angst und wollte einfach nur mein altes Leben zurück“, sagt Stefan heute. Sein Lungenfacharzt empfahl ihm eine Rehabilitation, die ihn wieder in die Normalität zurückführen sollte. Stefan wandte sich an die Deutsche Rentenversicherung und organisierte eine Rehabilitation.


„Rückblickend war die Reha das Beste, was ich machen konnte.“

Nach der Bewilligung trat er seine Reise auf die Insel Föhr an. „Schon die Luftveränderung auf der Nordseeinsel machte das Atmen einfacher“, sagt der 44-Jährige. Stefan lernte Atemtechniken, die ihm auch beim Treppensteigen halfen. Außerdem trainierte er, wie man welche Buchstaben „atmet“. Er lernte auf gewisse Weise das Sprechen neu. Die Folge: Stefan konnte sich bald wieder richtig bewegen und reden, ohne dass ihm die Puste wegblieb. Darüber hinaus ging er auch oft am Strand spazieren. Später kam das Walken hinzu. Beides half ihm, seine alte Kondition Schritt für Schritt wiederzufinden. Auf einer Art Liegefahrrad maßen die Ärzte regelmäßig die Funktion von Stefans Lunge und Herz. Ein besonderer Glücksmoment war gekommen, als seine Lungenfunktion wieder bei 88 Prozent lag – mit nur 60 Prozent war der Frechener angereist. In seiner Reha-Zeit hat Stefan große Fortschritte gemacht, doch manche Beeinträchtigungen blieben bestehen: Er riecht und schmeckt nach wie vor nur eingeschränkt.


„Zu Hause hätte ich niemals denselben Ansporn gefunden.“

Neben den körperlichen Übungen beinhaltete die Rehabilitation auch psychologische Behandlungen wie Einzelgespräche und Gruppensitzungen, die für Stefan ebenfalls wichtig waren. „Eine so schwere Erkrankung geht nicht spurlos an einem vorbei. Da ist schon Gesprächsbedarf“, berichtet er. Während der Sitzungen lernte er viele interessante Leute kennen und hatte auch die Gelegenheit, andere COVID-19-Patienten zu treffen. Besonders spannend war für ihn der Austausch von Erfahrungen: So fand er beispielsweise heraus, dass auch andere mit Haarausfall zu kämpfen hatten. Stefan sah, dass er nicht der Einzige war, dem Langzeitfolgen zu schaffen machten. Diese Erkenntnis gab ihm Kraft und Trost. Bis heute ist Stefan mit einigen der Reha-Patienten in Kontakt und betont, dass er dieses Gemeinschaftsgefühl besonders geschätzt hat. Zu Hause hätte er niemals denselben Ansporn gefunden.

„Ohne die Reha wäre ich bestimmt nicht wieder da, wo ich jetzt bin.“

Nach fünf Wochen auf Föhr ging es für Stefan zurück zu seiner Familie nach Frechen. Kurz darauf begann der Wohnwagenverkäufer wieder mit seiner Arbeit und startete eine Wiedereingliederung: Für zwei Wochen arbeitete er täglich vier Stunden, die folgenden 14 Tage sechs, um danach wieder voll einzusteigen. Stefan liebt seinen Job und hat eigentlich sein Hobby zum Beruf gemacht. Er genießt den Urlaub im Wohnwagen mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern: Im Sommer fahren sie öfter nach Südtirol, im Herbst an die Ostsee. Stefan freut sich schon auf die nächste Reise.

Über die Rehabilitation bei Post-COVID

Grundlage der Therapie ist eine auf die Betroffenen abgestimmte Behandlung und Beratung – je nachdem, welche Symptome im Vordergrund stehen. Häufig sind eine im Verlauf der Reha anzupassende Bewegungs- und Atemphysiotherapie sowie eine psychologisch geleitete Post-COVID-Gruppe. Im Bedarfsfall kommen Angebote zur Behebung von Schlafstörungen, zum Konzentrationstraining sowie zur Ergotherapie hinzu. Ziel der Rehabilitation ist es, die Weichen für eine weitere Berufstätigkeit zu stellen sowie eine Rückkehr in das alte Leben – privat und beruflich – zu ermöglichen.

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